Augenmigräne, was hilft?
Augenmigräne ist eine Sehstörung im Rahmen einer Migräne mit Aura. Typisch sind Flimmern, Lichtblitze oder Zickzacklinien, die das Gesichtsfeld einschränken, mit oder ohne Kopfschmerzen. Bei einer typischen Aura bilden sich die Symptome vollständig zurück.
Als Gründerin von Bányai Neue Augen erkläre ich Ihnen, wie Sie Sehstörungen einordnen: Was zu einer Aura gehört und was ärztlich abgeklärt werden muss.
WICHTIG: Neue Lichtblitze, viele neue schwarze Punkte oder ein Vorhang im Gesichtsfeld brauchen sofort Hilfe beim Augenarzt. Diese Warnzeichen können auf eine Netzhautablösung hindeuten. Bei plötzlichem Sehverlust oder neuen Doppelbildern suchen Sie sofort medizinische Notfallhilfe.
Hinweis zum Begriff: Für Augenmigräne fällt auch der Begriff ophthalmische Migräne. Beide sind medizinisch ungenau. Gemeint sind meist visuelle Störungen bei einer Migräne mit Aura. Die retinale Migräne ist davon eine äußerst seltene, eigene Diagnose, die nur ein Auge betrifft. Ein Arzt muss zuvor andere Ursachen ausschließen.1
Augenmigräne – das Wichtigste zu Symptomen, Ursachen, Behandlung
- Bei einer typischen visuellen Aura handelt es sich um Sehbeschwerden, die nur kurz bestehen und ihren Ursprung im Nervensystem haben. Sie gehört zur Migräne mit Aura und ist nicht automatisch eine Erkrankung des Auges.
- Bei einem Anfall können Sie Kopfschmerzen haben. Auch Übelkeit und Lichtempfindlichkeit sind möglich. Auch Schwindel kann vorkommen.
- Bei der retinalen Migräne betrifft die Beschwerde nur ein Auge. Das allein genügt jedoch nicht für diese Diagnose.
- Skotome sind Ausfälle im Gesichtsfeld. Bei einem Flimmerskotom sehen Sie solche Ausfälle zusammen mit flimmernden oder gezackten Lichtern.
- Die internationale Klassifikation für Kopfschmerzen (ICHD-3) nennt 5 bis 60 Minuten pro einzelnem Aurasymptom als Merkmal für die Diagnose. Das beschreibt nicht die Dauer des gesamten Migräneanfalls.2
- Wie häufig es zu einer akuten Attacke kommt, ist unterschiedlich. Manche Betroffene haben Anfälle mehrmals pro Woche, andere seltener.
Augenmigräne – Ursachen und mögliche Auslöser
Migräne ist eine neurologische Erkrankung. Ihre Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt. Diskutiert werden Veränderungen der Nervenzellaktivität in der Sehrinde, dem Bereich des Gehirns für das Sehen.
Finden Sie Ihre persönlichen Trigger heraus. Damit sind Ihre persönlichen Auslöser gemeint. Manche Betroffene beobachten Attacken nach Alkohol oder viel Koffein, durch grelles Licht oder bei einem Wetterumschwung. Manche Frauen bemerken, dass hormonelle Schwankungen im Zyklus Attacken begleiten. Solche Beobachtungen sind individuell und gelten nicht für alle. Ein Tagebuch kann Migränepatienten helfen, solche Zusammenhänge zu erkennen.
Stress kann bei manchen Menschen Migräneattacken begünstigen. Ausreichend Schlaf gehört zu den allgemeinen Empfehlungen bei Migräne. Das erklärt jedoch nicht jede neue Sehveränderung.
Symptome der Augenmigräne
Je nach Person und Ausmaß der Attacke nehmen Betroffene die Symptome verschieden wahr. Eine typische visuelle Aura entwickelt sich häufig schrittweise.
Zu den möglichen Symptomen gehören:
- Augenflimmern oder Flackern vor den Augen.
- Lichtblitze und Zickzacklinien.
- Gesichtsfeldausfälle, etwa blinde Flecken, die sich allmählich ausbreiten können.
- Auch Kopfschmerzen, Übelkeit und Lichtempfindlichkeit können bei einem Anfall auftreten.

Die visuelle Aura betrifft häufig dieselbe Seite des Gesichtsfelds beider Augen. Binokular bedeutet, dass beide Augen beteiligt sind. Homonym beschreibt dieselbe Seite des Gesichtsfelds in beiden Augen. Trotzdem können Betroffene die Störung als einäugig wahrnehmen. Daraus lässt sich keine sichere Selbstdiagnose ableiten.
Plötzlicher Sehverlust, neue Doppelbilder, eine neue einseitige Schwäche oder neue Sprachstörungen sind Warnzeichen. Suchen Sie sofort medizinische Notfallhilfe.
Wie lange dauert eine Augenmigräne?
Für einzelne Aurasymptome nennt die ICHD-3 5 bis 60 Minuten als Merkmal für die Diagnose. Mehrere Symptome können nacheinander auftreten. Die gesamte Migräneattacke kann wesentlich länger dauern.2
Diese Zeit kann den Betroffenen lange und quälend vorkommen. Halten Symptome der Aura länger als eine Stunde an, holen Sie dringend ärztlichen Rat ein. Warten Sie bei akuten Warnzeichen nicht auf diese Zeitgrenze.
5 Tipps, die bei Augenmigräne helfen können

Diese Tipps gelten für eine bekannte, ärztlich eingeordnete Migräneattacke. Sie ersetzen keine Untersuchung bei neuen oder ungewöhnlichen Sehbeschwerden.
- Ziehen Sie sich in ein ruhiges und abgedunkeltes Zimmer zurück. Ruhen Sie sich aus oder legen Sie sich hin.
- Beobachten Sie Ihre persönlichen Auslöser. Halten Sie Beschwerden und mögliche Trigger in einem Migränetagebuch fest. Frauen können auch hormonelle Veränderungen im Zyklus notieren.
- Achten Sie auf ausreichend Schlaf und vermeiden Sie Schlafmangel.
- Essen Sie regelmäßig und trinken Sie ausreichend.
- Versuchen Sie, Ihre Stressfaktoren zu reduzieren.
Die Behandlung der Augenmigräne
So qualvoll eine Augenmigräne auch sein kann: Bei einer typischen Aura gehen die Symptome ganz zurück. Eine Therapie kann die Beschwerden lindern und weiteren Attacken vorbeugen.
Welche Behandlung infrage kommt, hängt davon ab, wie oft und wie stark Ihre Anfälle sind. Bei häufigen Attacken kann eine Prophylaxe sinnvoll sein. Das ist eine vorbeugende Behandlung, die Sie mit Ihrem Arzt oder einem Neurologen besprechen können. Schmerzmittel können bei Migräne gegen die Kopfschmerzen helfen. Sie sind keine allgemeine Empfehlung gegen jede Sehveränderung.
Medikamente sollten Sie nur nach ärztlicher Empfehlung einnehmen. Das gilt auch für Aspirin und andere Schmerzmittel. Auch Entspannungstechniken und ein Stressmanagement können Teil der Behandlung sein. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, was für Sie infrage kommt.
Sollten Ihre Beschwerden häufig und intensiv sein, konsultieren Sie Ihren Arzt. Bei neuen Sehbeschwerden schließt Ihr Augenarzt andere Augenerkrankungen aus. Die Diagnose retinale Migräne setzt voraus, dass Ihr Arzt auch andere Ursachen ausschließt.
Was tun bei einem Augenmigräne-Anfall?
Ein akuter Anfall kann für Betroffene belastend sein. Ruhe und eine reizreduzierte Umgebung können bei einer bekannten Migräneattacke hilfreich sein.
- Ziehen Sie sich in ein ruhiges und abgedunkeltes Zimmer zurück.
- Halten Sie sich an die mit Ihrem Arzt vereinbarte Behandlung.
- Beobachten Sie Beginn, Verlauf und Dauer Ihrer Beschwerden. Diese Angaben können die ärztliche Einordnung unterstützen.

Beim ersten Anfall gilt: Nicht einfach eine Augenmigräne annehmen. Lassen Sie neue oder ungewöhnliche Beschwerden ärztlich abklären. Bei plötzlich nachlassender Sehkraft, neuen Doppelbildern oder einem Vorhang im Gesichtsfeld suchen Sie sofort Hilfe.
Wann Sie nicht warten sollten
Neue Lichtblitze, viele neue schwarze Punkte oder ein dunkler Schatten im Gesichtsfeld können auf eine Netzhautablösung hindeuten. Ein Notfall. Suchen Sie sofort einen Augenarzt oder eine Notaufnahme auf und warten Sie nicht auf einen Praxistermin.
Plötzliche Sehausfälle können auch durch eine Durchblutungsstörung entstehen. Kommen Lähmungen oder Sprachstörungen hinzu, kann ein Schlaganfall dahinterstecken. Rufen Sie dann sofort den Notruf 112. Diese Symptome sind keine Migräne, auch wenn sie ähnlich beginnen.
Bányai an Ihrem Standort
Die Augenarztpraxen von Bányai Augenheilkunde in Ditzingen, Weil der Stadt, Böblingen, Leonberg, Stuttgart-Feuerbach und Stuttgart-Mitte bieten regelmäßige Kontrollen und Vorsorgetermine an. Eine Notfallversorgung ersetzt dieser Termin nicht. Alle Standorte finden Sie auf der Standortübersicht.
Für die Korrektur von Fehlsichtigkeiten gibt es zusätzlich Augenlaserzentren in Stuttgart und Karlsruhe.
Häufig gestellte Fragen (FAQs) über Augenmigräne
Mit Augenmigräne meinen Betroffene häufig Sehbeschwerden wie flackernde Lichter oder Zickzacklinien, die nur kurz bestehen. Der Begriff ist ungenau. Oft ist eine visuelle Aura gemeint. Die Beschwerden können mit oder ohne Kopfschmerzen auftreten.
Die seltene retinale Migräne betrifft dagegen tatsächlich nur ein Auge. Sie erfordert eine ärztliche Untersuchung und den Ausschluss anderer Ursachen.
Die Beschwerden einer typischen Aura gehen wieder zurück. Die ICHD-3 nennt 5 bis 60 Minuten pro einzelnem Aurasymptom als Merkmal für die Diagnose. Dauer, Häufigkeit und Ausprägung können unterschiedlich sein.
Lassen Sie beim ersten Anfall, bei ungewöhnlichen oder anhaltenden Sehbeschwerden die Ursache von einem Arzt abklären. Bei Warnzeichen ist sofortige Hilfe nötig.
Ruhe und eine reizreduzierte Umgebung können bei einer bekannten Migräneattacke hilfreich sein. Führen Sie ein Migränetagebuch, um mögliche Muster zu erkennen. Medikamente sollten Sie nur nach ärztlicher Empfehlung einnehmen.
Nicht jede kurze Sehstörung ist eine Augenmigräne. Die Symptome einer typischen Aura gehen ganz zurück. Neue Beschwerden dürfen Sie dennoch nicht pauschal als harmlos einordnen.
Bei einem plötzlichen Verlust der Sehkraft, neuen Doppelbildern, Lichtblitzen oder vielen neuen schwarzen Punkten suchen Sie sofort medizinische Hilfe. Auch ein Vorhang oder Schatten im Gesichtsfeld ist ein Warnzeichen.
Lähmungen oder Sprachstörungen können auf einen Schlaganfall hindeuten. Rufen Sie dann sofort den Notruf 112.
Quellen
- Headache Classification Committee of the International Headache Society. International Classification of Headache Disorders, 3. Ausgabe (ICHD-3) [Internationale Klassifikation von Kopfschmerzerkrankungen]. 1.2.4 Retinal migraine [Retinale Migräne] [Internet]. 2018 [zitiert am 07.10.2026]. Verfügbar unter: https://ichd-3.org/1-migraine/1-2-migraine-with-aura/1-2-4-retinal-migraine/ ↩︎
- Headache Classification Committee of the International Headache Society. International Classification of Headache Disorders, 3. Ausgabe (ICHD-3) [Internationale Klassifikation von Kopfschmerzerkrankungen]. 1.2 Migraine with aura [Migräne mit Aura] [Internet]. 2018 [zitiert am 07.10.2026]. Verfügbar unter: https://ichd-3.org/1-migraine/1-2-migraine-with-aura/ ↩︎
