Sehstörungen – Ursachen, Symptome und Risiken erklärt von Dr. med. Bányai
Sehen Sie plötzlich verschwommen, doppelt oder mit einem Schatten im Gesichtsfeld? Als Augenarzt erkläre ich, Dr. med. Daniel Bányai, Ihnen, welche Sehstörungen Sie sofort abklären lassen sollten. Bei plötzlichem Sehverlust oder wenn dazu Sprachstörungen oder Lähmungen kommen, rufen Sie den Notruf 112. Bei neuen Lichtblitzen, einem Schatten oder einem Vorhang im Sichtfeld gehen Sie sofort in eine Augenarztpraxis oder Augenklinik.
Als Sehstörungen werden in der Augenheilkunde Veränderungen der optischen Wahrnehmung bezeichnet. Dazu zählen beispielsweise eine verminderte Sehschärfe, Gesichtsfeldeinschränkungen, Augenflimmern oder Doppeltsehen.
Die Ursachen sind unterschiedlich und reichen von Augenerkrankungen über neurologische Störungen bis hin zu Hirntumoren. Auch eine Migräne mit Aura oder Diabetes mellitus können Auslöser sein.
In diesem Blogartikel erfahren Sie, welche Ursachen Sehprobleme haben, wie man sie behandelt und was man vorbeugend tun kann.
Sehstörungen Symptome – Welche Arten gibt es?
Sehprobleme gehen mit unterschiedlichen Symptomen einher, wie beispielsweise Blitzen, bunten Zacken, Flimmern oder Nebel vor den Augen. Manche Betroffene sehen fliegende Mücken, sehen doppelt oder leiden an Gesichtsfeldausfällen.
Beispielbild

Ärzte verstehen unter einer Sehstörung alle Veränderungen unseres Sehvermögens. Sie können sich schleichend entwickeln oder ganz plötzlich auftreten. Veränderungen können auf einem Auge auftreten oder auf beiden Augen.
Manche Sehprobleme sind harmlos. Die meisten fliegenden Mücken und Lichterscheinungen sind kein Problem. Sie können aber auch ein Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung sein, die schnell behandelt werden muss. Lassen Sie neue Veränderungen deshalb augenärztlich abklären. Die BVA (Berufsverband der Augenärzte Deutschlands) gab an, dass 60 Prozent der Sehschwächen bei Kindern zu spät erkannt werden. Daher empfiehlt sich ein regelmäßiger augenärztlicher Kontrolltermin.
So unterschiedlich die Symptome sind, so verschieden sind auch die Ursachen von Sehstörungen. Ein Blutdruckabfall kann das Sehen beeinträchtigen, etwa beim Aufstehen. In der Schwangerschaft können Sehveränderungen ein Warnzeichen für eine Präeklampsie sein (eine Schwangerschaftserkrankung). Suchen Sie dann sofort ärztliche Hilfe. Bei einer Migräne mit Aura dauern die Sehveränderungen meist fünf Minuten bis eine Stunde. Treten solche Veränderungen neu, nur an einem Auge oder erst nach dem 50. Lebensjahr auf, lassen Sie sie abklären.
Treten zu den Sehproblemen plötzlich Übelkeit, Schwindel, starke Kopfschmerzen, Schwäche oder Sprachstörungen hinzu, rufen Sie sofort den Notruf 112. Eine Netzhautablösung ist ebenfalls ein Notfall: Bei Blitzen, einem Schatten oder einem Vorhang im Sichtfeld sollten Sie sofort handeln.
1. Nachtblindheit
Menschen mit Nachtblindheit (Nyktalopie) sehen in der Dunkelheit nicht viel oder überhaupt nichts mehr. Es fällt ihnen schwer, sich zu orientieren. Schuld daran ist eine Fehlfunktion der Lichtsinneszellen in der Netzhaut. Hinter der Nachtblindheit kann auch eine vererbte Augenkrankheit (Retinitis pigmentosa) stecken.
Diese Erkrankung ist ein Gendefekt, der die Sehkraft schleichend verschlechtert. Weitere Ursachen sind eine Trübung der Augenlinse, eine Makuladegeneration, ein Mangel an Vitamin A oder eine nicht ausgeglichene Sehschwäche.
2. Lichtblitze, Zick-Zack Linien, Flimmern
Manche Menschen sehen bunte Zacken, Lichtblitze oder nehmen ein Augenflimmern wahr. Diese Lichterscheinungen werden “Photopsie” genannt. Sie können bei einer Migräne auftreten. Ohne Kopfschmerzen spricht man von einer Augenmigräne. Die Erscheinungen dauern bis zu 60 Minuten und betreffen ein oder beide Augen. Betrifft die Veränderung nur ein Auge, kann auch eine ernstere Erkrankung dahinterstecken. Lassen Sie das abklären.
Neue Blitze im Sichtfeld sollten Sie nicht abwarten. Sie entstehen, wenn der Glaskörper an der Netzhaut reibt oder zieht. Dahinter kann ein Riss oder eine Ablösung der Netzhaut stecken. Gehen Sie sofort in eine Augenarztpraxis oder Augenklinik. Das gilt in diesen Fällen:
- Blitze treten plötzlich auf oder nehmen deutlich zu.
- Zu den Blitzen kommen Trübungen oder dunkle Punkte.
- Ein dunkler Bereich oder ein Vorhang verdeckt das Sichtfeld.
- Die Blitze beginnen nach einem Schlag auf das Auge oder das Gesicht.
Unbehandelt kann das betroffene Auge erblinden.
3. Doppelbilder (Diplopie)
Doppelbilder sind nicht nur Nebenerscheinungen, wenn man zu viel Alkohol getrunken hat. Vielmehr sind sie eine Folge von Augenkrankheiten oder anderer Krankheiten. Eine Störung der Augenmuskeln, bestimmter Hirnnerven oder die Autoimmunkrankheit “Multiple Sklerose” können Ursachen sein. Auch eine Hornhautverkrümmung oder eine Linsentrübung (Katarakt) können bewirken, dass Sie auf einem Auge doppelt sehen (monokulare Diplopie).
Sehen Sie plötzlich doppelt, lassen Sie das umgehend abklären. Sehen Sie nach einer Kopfverletzung doppelt, rufen Sie den Notruf 112. Das gilt auch bei starken Kopfschmerzen oder einer erweiterten Pupille.
4. Farbfehlsichtigkeit und Farbenblindheit
Eine Farbschwäche und Farbenblindheit sind Formen der Farbfehlsichtigkeit. Im Alltag setzt man die Begriffe oft gleich. In beiden Fällen sehen Betroffene Farben anders als die meisten Menschen.
Für das Farbensehen sind spezielle lichtempfindliche Zellen in der Netzhaut zuständig – die Zapfen. Durch eine Fehlfunktion dieser Zapfen nehmen Betroffene bei einer Farbschwäche bestimmte Farben schlechter wahr oder verwechseln sie bei ungünstigem Licht. Die häufigste Form ist die Rot-Grün-Schwäche. Männer sind deutlich häufiger betroffen: Nach Angaben des National Eye Institute hat etwa jeder zwölfte Mann eine Störung des Farbsehens.
Bei einer Farbenblindheit fehlen eine oder mehrere Zapfentypen, sodass Betroffene bestimmte Farben gar nicht mehr sehen. Eine vollständige Farbenblindheit, bei der man gar keine Farben sieht, ist selten.
Das Risiko für eine Farbsehstörung ist höher, wenn sie in der Familie vorkommt. Auch bestimmte Augenerkrankungen, Diabetes oder Alzheimer erhöhen es.
5. Gesichtsfeldausfälle (Skotome)
Bei Gesichtsfeldausfällen (Skotome) nehmen Betroffene eine Einschränkung des Gesichtsfeldes wahr. Wenn die Ränder betroffen sind, spricht man von einem Tunnelblick.
Auslöser dafür können Erkrankungen wie ein Grüner Star, die altersbedingte Makuladegeneration, eine Sehnervenentzündung oder Netzhautschäden sein. Auch bei einem Schlaganfall können Ausfälle im Gesichtsfeld auftreten. Rufen Sie dann sofort den Notruf 112.

6. Rußregen, Schleier und Nebel
Bei einem Rußregen sehen Betroffene viele kleine schwarze Punkte, Blitze oder große schwarze Flecken vor den Augen. Die Ursache ist möglicherweise ein Riss in der Netzhaut. Bei einem Netzhautriss zieht der Glaskörper so stark an der Netzhaut, dass sie reißt. Auch eine Blutung in den Glaskörper kann solche Punkte auslösen. Ein Schleier oder Nebel vor dem Auge kann die Folge sein. Gehen Sie bei solchen Erscheinungen sofort in eine Augenarztpraxis oder Augenklinik!
7. Unscharfes Sehen
Haben Sie eine verschwommene Sicht und nehmen die Umwelt wie durch einen Nebel oder Schleier wahr? Verschwommenes Sehen als verbreitetes Sehproblem hat unterschiedliche Ursachen. Möglich ist eine Fehlsichtigkeit ( Kurzsichtigkeit/ Weitsichtigkeit). Auch ein Grüner Star oder im schlimmsten Fall eine Ablösung der Netzhaut können Gründe dafür sein. Lassen Sie plötzliches oder zunehmendes Verschwommensehen abklären.
8. Punkte und kleine Fäden im Gesichtsfeld
Punkte und kleine Fäden vor dem Auge werden fliegende Mücken oder französisch “mouches volantes” genannt. Der Grund ist eine Trübung des Glaskörpers und meist harmlos. Neue Punkte oder Fäden sollten Sie trotzdem zeitnah augenärztlich untersuchen lassen. Gehen Sie sofort in eine Augenarztpraxis oder Augenklinik, wenn plötzlich viele neue Punkte erscheinen. Das gilt auch, wenn Blitze, ein Schatten am Rand des Sichtfelds oder ein grauer Vorhang dazukommen. Dann kann die Netzhaut gerissen oder abgelöst sein.
9. Sterne sehen
Sterne sieht man hoffentlich nur in der Nacht. Wenn Sie tagsüber “Sterne sehen”, kann ein Blutdruckabfall dahinterstecken, zum Beispiel beim schnellen Aufstehen. Dabei kommen oft Schwindel und Benommenheit dazu, manchmal droht eine Ohnmacht. Setzen oder legen Sie sich dann hin. Lassen Sie wiederkehrende Beschwerden ärztlich abklären.
Sehen Sie Sterne nach einem Schlag auf das Auge oder das Gesicht, gehen Sie sofort in eine Augenarztpraxis oder Augenklinik.
10. Blindheit
Blindheit ist entweder angeboren oder entsteht im Laufe des Lebens. Das Sehvermögen fehlt vollständig (Amaurose). Eine Makuladegeneration führt in der Regel nicht zu einer vollständigen Erblindung. Sie beeinträchtigt das Sehen in der Mitte des Blickfelds. Auch eine Entzündung des Sehnervs oder eine unbehandelte Ablösung der Netzhaut kann bis zum Verlust des Sehvermögens führen.

Ursachen von Sehstörungen
Die möglichen Ursachen sind vielfältig. Augenerkrankungen, innere oder neurologische Erkrankungen können Sehprobleme auslösen. Nach einer Kopfverletzung kann man doppelt sehen.
Die Arten von Sehproblemen sind äußerst komplex und die Ursache bedarf einer genauen Untersuchung.
Ursachen im Auge
Viele Menschen haben eine Sehschwäche in Form einer Fehlsichtigkeit, wie beispielsweise eine Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit. Beide Formen gehen mit einem Verlust der Sehschärfe einher. Bereits Kinder wie auch ältere Menschen sind davon betroffen.
Bei einer Kurzsichtigkeit sehen Menschen nur nahe Objekte scharf. Die Sicht in die Ferne bleibt unscharf, da der Augapfel zu lang ist.
Bei einer Alterssichtigkeit (Presbyopie) nimmt nach längerer Zeit die Elastizität der Linse ab, was zu unscharfen Bildern führt.
Das Schielen betrifft oft Kinder. Dabei funktionieren die Augenmuskeln nicht ausreichend. Bei kleinen Kindern blendet das Gehirn das Bild des schielenden Auges aus, deshalb sehen sie nicht immer doppelt. Häufige Gründe sind eine Kurz- oder Weitsichtigkeit, eine Frühgeburt oder neurologische Erkrankungen. Bei vielen Kindern lässt sich keine Ursache erkennen. Schielen kann bei Erwachsenen auf eine ernstere Erkrankung hinweisen.
Bei einer Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) sehen Betroffene verzerrt, verschwommen oder unscharf.
Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) betrifft die Makula, die Stelle des schärfsten Sehens in der Mitte der Netzhaut. Dabei nehmen lichtempfindliche Zellen Schaden, und die zentrale Sehschärfe geht teilweise oder ganz verloren. Völlig blind werden Betroffene in der Regel nicht.
Der Graue Star (Katarakt) führt zu einer langsam zunehmenden Sehverschlechterung und eventuell auch zu starken Blendungserscheinungen. Betroffene berichten häufig von einem “Schleiersehen”.
Grüner Star (Glaukom) schädigt den Sehnerv, häufig durch einen zu hohen Augeninnendruck. Dabei entstehen Lücken im Gesichtsfeld, die Betroffene zunächst oft nicht bemerken. Bei einem Glaukomanfall steigt der Druck im Auge schnell und stark. Typisch sind akute Sehprobleme, gerötete Augen, heftige Kopf- und Augenschmerzen oder Übelkeit. Das ist ein Notfall: Gehen Sie sofort in eine Arztpraxis oder ein Krankenhaus.
Patienten, die fliegende Mücken vor dem Auge wahrnehmen, sind von einer Glaskörpertrübung oder einer Glaskörperabhebung betroffen. Punkte und kleine Fäden können die Folge sein.
Eine Glaskörperblutung zeigt sich durch viele schwarze Punkte im Gesichtsfeld. Mögliche Ursachen sind Netzhautrisse, Diabetes, Bluthochdruck, verschlossene Blutgefäße oder eine Verletzung.
Bei einer Netzhautablösung können plötzliche Blitze, dunkle Punkte und Schatten auftreten. Auch ein Vorhang im Sichtfeld ist ein Warnzeichen. Das ist ein Notfall. Gehen Sie sofort in eine Augenarztpraxis oder Augenklinik.
Bei einer Augenmigräne bleiben die Kopfschmerzen aus. Typisch sind Augenflimmern und bunte Zacken, die bis zu 60 Minuten andauern können. Bei einer seltenen Sonderform, der retinalen Migräne, ist nur ein Auge betroffen. Lassen Sie neue Beschwerden ärztlich abklären.
Trockene Augen können eine Bindehautentzündung oder Hornhautentzündung verursachen. Die Umwelt wird verschwommen und unklar wahrgenommen.
Auch eine Gefäßhautentzündung (Uveitis) kann Sehprobleme auslösen. Entzündet sich der hintere Augenabschnitt, sehen Betroffene fliegende Punkte. Ursachen sind Infektionen, Autoimmunerkrankungen und andere Entzündungskrankheiten.
Zudem können Sehprobleme aufgrund einer Sehnervenentzündung auftreten. Hier sehen Betroffene weniger scharf, Farben erscheinen blass und die Bewegung des Auges schmerzt.
Ursachen, die nicht vom Auge ausgehen
Bei der Nervenerkrankung Multiple Sklerose zeigt sich in etwa jedem vierten Fall zuerst ein Problem an einem Auge. Das berichten die Norfolk and Norwich University Hospitals. Betroffene sehen unscharf, verschwommen oder doppelt. Lassen Sie solche Beschwerden augenärztlich und neurologisch abklären.
Sehprobleme können ein Indiz für einen Schlaganfall sein. Manche verlieren die Sicht auf einem Auge, sehen doppelt oder bemerken Ausfälle im Gesichtsfeld. Weitere Zeichen sind Schwäche oder Lähmung, ein hängender Mundwinkel und Sprachstörungen. Das ist immer ein Notfall. Rufen Sie sofort den Notruf 112, auch wenn die Beschwerden wieder verschwinden.
Die Zuckerkrankheit Diabetes kann die feinen Gefäße in der Netzhaut schädigen (diabetische Retinopathie). Anfangs bleibt das oft ohne Beschwerden. Bei Diabetes kommt auch eine Ablösung der Netzhaut häufiger vor. Sie zeigt sich durch schwarze Punkte oder Blitze. Gehen Sie dann sofort in eine Augenarztpraxis.
Bei der Migräne mit Aura können flimmernde Lichter, Blitze, bunte Zacken oder Ausfälle im Gesichtsfeld auftreten. Die Aura geht dem Kopfschmerz voraus oder tritt ohne ihn auf. Sie dauert meist fünf Minuten bis eine Stunde.
Die Autoimmunerkrankung Morbus Basedow führt zu einer Schilddrüsenüberfunktion. Davon kann auch das Auge betroffen sein. Typisch sind hervortretende Augen, Lichtempfindlichkeit, doppeltes Sehen und ein Fremdkörpergefühl im Auge. Es können auch trockene Augen, Lidschwellungen oder Rötungen auftreten. Ein Verlust des Sehvermögens ist selten. Er droht, wenn die Schwellung auf den Nerv zum Gehirn drückt.
Eine Arterienentzündung (Arteriitis temporalis, Riesenzellarteriitis) tritt vor allem nach dem 50. Lebensjahr auf. Bei der Krankheit entzünden sich Arterien, besonders an den Schläfen. Typisch sind neue starke Kopfschmerzen, Schmerzen beim Kauen und Sehprobleme. Dazu zählen doppeltes Sehen oder ein Sehverlust auf einem oder beiden Augen. Ohne rasche Behandlung drohen Blindheit und ein Hirninfarkt. Bei Sehproblemen ist das ein Notfall: Lassen Sie sich noch am selben Tag in einer Augenklinik untersuchen.
Aneurysma im Gehirn bezeichnet eine Erweiterung einer Hirnarterie. Meist ist sie klein und macht keine Beschwerden. Ein größeres Aneurysma kann Kopfschmerzen, Schmerzen über oder um das Auge und doppeltes Sehen auslösen. Reißt es auf, kann eine Hirnblutung entstehen.
Eine Hirnblutung zeigt sich durch einen plötzlichen, heftigen Kopfschmerz. Dazu können Lähmungen im Gesicht oder im Arm, Sprachstörungen oder Sehprobleme kommen. Rufen Sie sofort den Notruf 112.
Bei einem Blutdruckabfall, etwa beim Aufstehen, kommt es typischerweise zu Schwindel, Sehproblemen und Benommenheit, manchmal zu einer Ohnmacht.
Sehstörung oder gefährliche Augenkrankheit? Diagnostik

Im Zuge einer fachärztlichen Diagnostik werden Sie zunächst über Ihre Krankengeschichte befragt. Bedeutend ist, seit wann und in welcher Form die Beschwerden auftreten und ob diese von anderen Symptomen begleitet werden.
Es gibt einige Untersuchungen, welche die Ursache von Sehproblemen aufklären können:
- Augenärztliche Untersuchung: Der erste Weg führt zu einem Augenarzt. Er prüft unter anderem die Sehleistung und erkennt so einen möglichen Brillenbedarf.
- Spaltlampenuntersuchung: Mithilfe einer Spaltlampe kann der Augenarzt Erkrankungen des vorderen Augenabschnitts aufdecken. Dazu gehören unter anderem eine Trübung der Linse oder eine Entzündung der mittleren Augenhaut (Uveitis).
- Augenspiegelung: Mittels Augenspiegelung (Ophthalmoskopie) lässt sich der Hintergrund der Augen untersuchen. Diese Methode wird angewendet, wenn ein Verdacht auf eine Netzhauterkrankung oder einen Augentumor besteht.
- Augeninnendruckmessung: Wird ein Glaukom als Grund für Sehprobleme vermutet, führen Ärzte eine Augeninnendruck Messung (Tonometrie) durch.
- Blutuntersuchungen: Sie sind wichtig, wenn eine Riesenzellarteriitis oder Morbus Basedow vermutet wird. Bei der Riesenzellarteriitis sind die Entzündungswerte BSG und CRP meist deutlich erhöht.
- Neurologische Untersuchungen: Bei Verdacht auf neurologische Erkrankungen wie MS oder eine Sehnervenentzündung kontrolliert der Arzt Zustand und Funktion der Nervenbahnen.
- Ultraschalluntersuchung: Der Augenultraschall (Sonografie) dient der Abklärung im Hinblick auf eine abgelöste Netzhaut, einen Augentumor oder eine Veränderung der Sehnerven.
- Angiografie: Bei dieser Untersuchung werden die Gefäße in der Netzhaut und der Aderhaut durch Farbstoffe auf Bildern sichtbar gemacht. Diese Untersuchung der Blutgefäße (Angiografie) wird bei Verdacht auf eine altersbedingte Makuladegeneration angewendet.
- Magnetresonanztomografie (MRT) und Computertomografie (CT): Kommen Tumoren, Hirnaneurysmen oder Hirnblutungen als Ursache in Frage, zeigen diese Methoden, was genau dahintersteckt.
Sehstörung auf einem Auge – Was steckt dahinter?
Treten die Beschwerden nur auf einem Auge auf, spricht man von einer einseitigen oder monokularen Sehstörung. Diese kann sich durch unscharfes Sehen, Flimmern, Schatten oder sogar plötzlichen Verlust des Sehvermögens bemerkbar machen.
Die Ursachen sind vielfältig. Möglich ist eine Erkrankung der Netzhaut, etwa eine Ablösung der Netzhaut oder eine Makuladegeneration. Auch ein Gefäßverschluss mit Durchblutungsstörung der Netzhaut, eine Entzündung des Sehnervs oder ein Glaukomanfall kommen vor.
Auch eine Hornhautverkrümmung oder eine Linsentrübung können zu einseitigen Beschwerden führen. Wichtig: Plötzliche Veränderungen auf einem Auge sollten Sie umgehend augenärztlich abklären lassen. Das gilt besonders bei Blitzen, einem Schatten, Ausfällen im Gesichtsfeld oder Schmerzen. Sehen Sie plötzlich auf einem Auge nichts mehr oder haben Sie starke Augenschmerzen, rufen Sie den Notruf 112. Lassen Sie sich sofort in ein Krankenhaus mit Augenklinik und Neurologie bringen.
Für die Abklärung Ihrer Beschwerden stehen Ihnen sechs Augenarztpraxen in der Region Stuttgart zur Verfügung.
Sehstörungen behandeln
Wie Sie Sehprobleme behandeln, hängt von der Ursache ab. Erst die Untersuchung zeigt, welche Behandlung infrage kommt.
Eine Brille oder Kontaktlinsen gleichen eine Fehlsichtigkeit aus. Nach einer gründlichen Voruntersuchung kann auch eine Augenlaserbehandlung infrage kommen.
Bei einem Grauen Star hilft langfristig nur eine Operation. Beim Glaukom senken meist Augentropfen den Druck im Auge. Reicht das nicht aus, ist ein Lasereingriff oder eine Operation möglich.
Bei einer Riesenzellarteriitis beginnt die Behandlung mit Kortison schon bei Verdacht. Bei einer Augenbeteiligung durch Morbus Basedow helfen je nach Befund Augentropfen, Medikamente oder eine Operation.

Wie werden neurologische Sehprobleme behandelt?
Die Diagnose ist die Grundlage für eine erfolgreiche Behandlung. Patienten werden nach Veränderungen ihres Sehvermögens und ihrer Wahrnehmung befragt. Zur Diagnostik gehören auch spezielle neurologische Untersuchungen.
Vorsicht: Plötzliche Sehprobleme können ein Warnzeichen für einen Hirninfarkt oder eine TIA sein. Bei einer TIA gehen die Beschwerden nach Minuten oder Stunden zurück. Rufen Sie trotzdem sofort den Notruf 112.
Vorbeugung – ersetzt keine Abklärung
Diese Hinweise ersetzen keine ärztliche Abklärung von Beschwerden:
- UV-Schutz: Verwenden Sie Sonnenbrillen mit ausreichend UV-Schutz, denn UV-Strahlung kann einen Grauen Star begünstigen.
- Blutdruck: Ein erhöhter Blutdruck bleibt oft lange unerkannt. Auf Dauer erhöht Bluthochdruck das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle und Nierenschäden.
- Diabetes: Lassen Sie Ihre Augen mindestens einmal im Jahr mit erweiterter Pupille untersuchen.
- Augenärztliche Kontrollen: Besuchen Sie regelmäßig eine Augenarztpraxis, denn eine frühzeitige Diagnose erhöht die Chance auf eine erfolgreiche Behandlung.
Können meine Augen gelasert werden?
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Sehstörungen – wann muss ich zum Arzt?
Es gibt einige Hinweise, bei denen Sie sofort ärztliche Hilfe suchen sollten. Rufen Sie den Notruf 112, wenn Sie plötzlich auf einem oder beiden Augen nichts mehr sehen. Das gilt auch bei plötzlichen starken Schmerzen im Auge. Dasselbe gilt bei neuen und plötzlichen Sehproblemen mit Lähmung, Sprachstörung, starken Kopfschmerzen oder erweiterter Pupille. Auch Doppeltsehen nach einer Kopfverletzung ist ein Notfall. Sehen Sie plötzlich doppelt, gehen Sie umgehend in eine Augenarztpraxis oder Augenklinik.
Sie sehen neue oder immer wiederkehrende Blitze, plötzliche Farbringe um Lichtquellen oder viele schwarze Punkte und Flecken? Dann gehen Sie sofort in eine Augenarztpraxis oder Augenklinik. Treten starke Kopfschmerzen oder Übelkeit hinzu, rufen Sie den Notruf 112.
Bei anderen akuten Beschwerden nennt Ihnen die Rufnummer 116117, wo Sie die beste Hilfe finden. Für Fragen zu Ihren Augen betreut Sie das Team von Bányai Augenheilkunde an sechs Augenarztpraxen.
Häufig gestellte Fragen (FAQs) zu Sehstörungen
Sie können sich als verschwommenes oder verzerrtes Sehen, Blitze, schwarze Punkte, Flimmern, Doppelbilder oder Veränderungen des Farbsehens äußern.
Mögliche Ursachen sind trockene Augen, Veränderungen der Hornhaut, eine Entzündung oder eine Netzhautveränderung. Bei plötzlich einsetzenden Beschwerden sollten Sie die Ursache umgehend abklären lassen. Eine Ablösung der Netzhaut ist ein Notfall.
Fällt der Blutdruck ab, etwa beim Aufstehen, kommt es typischerweise zu Schwindel, Sehproblemen und Benommenheit, manchmal zu einer Ohnmacht. Im Sitzen oder Liegen bessert sich das rasch. Wiederkehrende, starke oder anhaltende Beschwerden sollten ärztlich untersucht werden.
Ein Notfall liegt vor bei plötzlichem Sehverlust, starken Schmerzen im Auge oder neurologischen Begleitzeichen wie Lähmung und Sprachstörung. Rufen Sie dann den Notruf 112. Gehen Sie sofort in eine Augenarztpraxis oder Augenklinik, wenn neue oder zunehmende Blitze auftreten. Das gilt auch bei vielen neuen schwarzen Punkten, einem Schatten oder einem Vorhang im Sichtfeld.
